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Gymnasium Bethel

Inklusives Medien-Projekt

mit SchülerInnen der Mamre-Patmos-Schule

Pokémon Go während der Unterrichtszeit? Ja, und zwar in einem inklusiven Projekt mit dem Ziel, über die Gefahren rund um die virtuellen Welten aufzuklären und jungen Menschen zu einem reflektierten Umgang mit Medien zu verhelfen.
Durchgeführt wurde das Projekt vom Verein „EigenSinn e.V.“, einem Verein zur Prävention von sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen, etwa durch Cybermobbing oder Cybergrooming, das Anbahnen von sexualisierten Kontakten im Netz.

Projektteilnehmer mit einer App - Auf der Jagd nach Taubsi - Schülerinnen beider Schulen studieren eine App

 

Der Verein hat jeweils fünf Schülerinnen und Schüler der Mamre-Patmos-Schule und des Gymnasiums Bethel im Alter von ca. 16 Jahren in der vorletzten Woche vor den Herbstferien zum gemeinsamen Arbeiten zusammengeführt. „EigenSinn“ hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach Projekte zur sicheren Bewegung im Netz an beiden Schulen durchgeführt, z.B. „Surfen mit Sinn“ oder „Smart User“. Es war der ausdrückliche Wunsch von Lernenden beider Schulen, mal ein gemeinsames Projekt durchzuführen und auf diese Weise einander kennenzulernen. Ermöglicht wurde die Arbeit der drei „EigenSinn“-MitarbeiterInnen und einer Praktikantin von „Aktion Mensch“.
Zurück zum Pokémon: Gefahren drohen Mediennutzern zum Beispiel bei den Übergängen zwischen virtueller und realer Welt, wenn z.B. ein Pokéstop als Lockmittel eingesetzt wird, um in Kontakt mit einem Pokémon-Spieler zu kommen.
Im November findet das Projekt nochmal mit Schülerinnen und Schülern der beiden Schulen statt, dann aber für die Altersgruppe der 12-14-Jährigen. Im Februar 2017 folgt dann der Dreh eines Präventionsfilms. Die Jugendlichen aus den vorangegangenen Workshops haben bei Interesse die Möglichkeit, mit professionellem Filmequipment und Begleitung einen Film zu produzieren, der Betroffenen bei Problemen im Netz wie Cybermobbing oder Cybergrooming eine Hilfe sein kann.

Zwei Schülerinnen vom Gymnasium Bethel berichten von ihren Erfahrungen in der zurückliegenden Woche:

Bei unserem 5-tägigen Workshop in der Mamre-Patmos Schule ging es um Sicherheit im Umgang mit den sozialen Medien. Am ersten Tag haben wir uns erstmal alle kennengelernt und ein wenig zusammen im Internet zu der App 'Musical.ly' recherchiert. Am zweiten Tag haben wir dann selbige ausprobiert und ein paar kurze Videos erstellt, die wir am dritten Tag angeschaut haben. Ebenfalls am Mittwoch sprachen wir über die Gefahren solcher Apps und behandelten einen Fall, bei dem ein Internetstar von einem Fan im Internet ein Nacktbild gefordert hatte. Im Zuge dessen übten wir in Rollenspielen, Nein zu sagen. Am Donnerstag benutzten wir Apps, mit denen man die Realität „erweitern" kann. Am Freitag haben wir eine dieser Apps (Pokémon Go) außerhalb des Schulgeländes zusammen ausprobiert. (Jolena Gerdes, EF)

Durch das Projekt an der Mamre-Patmos -Schule bekamen wir die Möglichkeit, unsere Erfahrungen in Bezug auf Sicherheit im Internet und den Sozialen Medien mit anderen Schülern zu teilen. Die Pädagogen der Organisation „EigenSinn“ haben uns in dieser Woche über viele  durch Mediennutzung entstehende Gefahren in Kenntnis gesetzt, doch die Erweiterung unseres Wissens in diesem Bereich stand nicht im Vordergrund. Es ging um das Miteinander: sich gegenseitig unterstützen, zusammen neue Apps ausprobieren und voneinander lernen. Ich persönlich habe im Umgang mit Jugendlichen mit Behinderung viele neue Erfahrungen sammeln und eine andere Sichtweise auf in unseren Alltag integrierte Apps wie „Instagram“ und „Snapchat“  kennen lernen können, die mein soziales, aber auch medienbezogenes Verhalten nachhaltig beeinflussen werden.

(Lina Schmidt, EF)