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Gymnasium Bethel

Studienfahrt LK Biologie 2016

Die Küste Istriens im Visier

Flora und besonders die Fauna der Küsten des Mittelmeerraums standen im Fokus der Kursfahrt des Leitfachs Bilologie der Q2 des Gymnasiums Bethel.
Welche Pflanzen gedeihen in diesem Lebensraum und welche Überlebensstrategien haben sie entwickelt, um bei milden Wintern und im Sommer trockenen und heißen klimatischen Bedingungen zu bestehen?
Welche Tiere leben und überleben in dem von schroffen Felsformationen gekennzeichneten Küstensaum?
Diesen Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler bei ihren Exkusionen und besonders beim Workshop im Aquarium von Pula nach. In zahlreichen kleinen und mittelgroßen Aquarien können die Besucher hier jede Menge Fauna und Flora des Mittelmeeres anschauen. Nicht alles natürlich, denn man schätzt, dass die Fauna und Flora im Adriatischen Meer zwischen 6000 und 7000 Arten umfasst.

Die Seegurke "pillert".

Der Workshop begann mit einer ersten Erfahrung mit den Meeresbewohnern. Aus einem Schaubecken konnten die Schülerinnen und Schüler Schnecken, Muscheln, Seesterne, Seeigel und Seegurken herausangeln und "begreifen". Besonders interessant war ein Einsiedlerkrebs, der sich in seinem "Gasthaus" versteckt hatte und ständig vor seinen Häschern auf der Flucht war. Dass die Seegurke, wenn man sie in der Hand hält, einen Wasserstrahl absondert, hatte auch noch niemand live gesehen. Zu all dem gab es von einer angehenden Meeresbiologin umfassende Informationen, die noch mit Schaubildern verdeutlicht wurden.

Noch so klein und schon auf der Flucht: Der Einsiedlerkrebs.

In einer zweiten Phase ging es an die Küste. Die Jungforscher erhielten die Aufgabe, an der Felsküste nach Pflanzen und Lebewesen zu suchen, die sich in den kleinen Kluften angesiedelt hatten. Bei der Jagd wurden kleine Krebse, Krabben und Muscheln erbeutet, die anschließend bestimmt und näher untersucht wurden. Auch ein Geschmackstest beim Meerfenchel durfte nicht fehlen.

Die gefangenen Tierchen wurden selbstverständlich wieder in die Freiheit entlassen.

Der Seestern darf gleich zurück ins Meer.

Zum Abschluss des Workshops stand der Höhepunkt auf dem Programm: Ein Tauchgang mit Maske, Schnorchel und Flossen im Küstengewässer. Schon das Überstreifen des engen Neoprenanzugs war ein kleines Erlebnis, aber was dann folgte, übertraf alles: Unter der Führung zweier erfahrener Taucher konnten die Schülerinnen und Schüler die Küstenbewohner nicht nur anschauen, sondern auch abtauchen und sie an der Wasseroberfläche eingehend begutachten. Und das war noch beeindruckender, als die Tiere aus dem Schaubecken zu fischen.

Die Schildkröte ist bald wieder fit.

Als Bonus obendrauf gab es einen Besuch in der Schildkrötenauffangstation des Aquariums. Hier werden verletzte Tiere, die von Fischern aufgegriffen wurden, versorgt und anschließend wieder im Meer ausgesetzt. Ein Exemplar hatte beispielsweise eine Luftblase unterhalb des Panzers, entstanden durch eine bakterielle Infektion. Bedingt durch die Luftblase konnte die Schildkröte nicht mehr abtauchen und trieb an der Wasseroberfläche. Das wäre ihr sicherer Tod gewesen. In der Auffangstation wurde sie "operiert" und wenn sie fit genug ist, kann sie zurück in ihren natürlichen Lebensraum.

Neben der Erkundung von Flora und Fauna erfuhren die Schülerinnen und Schüler auch eine Menge über die Geschichte des Landstrichs Istrien. Die Spuren der Römer, Venezianer oder Habsburger waren an allen Orten deutlich zu sehen und zu erkunden. Diese Eindrücke rundeten die Kursfahrt der angeheden Abiturienten ab und machten sie zu einem tollen Erlebnis.

Das römische Amphitheater in Pulaist mit einer Kapazität von 23.000 Besuchern das sechstgrößte seiner Art.