Social Day

Seit 2003 organisieren der Bielefelder Jugendring und die Falken den "Social Day", an dem Schülerinnen und Schüler Bielefelder Schulen für einen guten Zweck arbeiten. Von Anfang an unterstützen die FvB-Schulen dieses Projekt und ermöglichen ihren Schülern ein Engagement für soziale Belange.


NW 15.07.2011:

Für diesen schulfreien Tag gibt es eine Belohnung

Rund 4.000 Schüler nehmen am „Social Day 2011" teil und tauschen zugunsten sozialer Projekte 
für einen Tag Schulbank gegen Arbeitsplatz

VON UWE POLLMEIER

Bielefeld. Levin Hoffmann faltet das Werbebanner für die Open-Air-Konzerte im Ravensberger Park, Franka Walker tippt Ergebnisse eines Pferderennens in den PC und Lukas Gerwing stempelt Briefe für den Postausgang ab. Die Schüler des Friedrich-von-Bodelschwingh-Gymnasiums nehmen am „Social Day 2011” teil und arbeiten einen Tag lang im Verlagshaus der Neuen Westfälischen.

„Von dem verdienten Geld soll unser Schulhof verschönert werden”, sagt Leon Busche, der bereits zum dritten Mal dabei ist. Schließlich arbeiten die acht Schüler der 6. bis 8. Klassen nicht umsonst. Die eine Hälfte des erarbeitenden Geldes geht an das „Grüne Klassenzimmer” auf dem Halhof, die andere Hälfte kann die jeweilige Schule für eigene Projekte verwenden. Rund 4.000 Schüler von 15 Schulen sind in diesem Jahr beim „Social Day” dabei. So viele wie noch nie zuvor seit dem Start des vom Bielefelder Jugendring und den Falken organisierten sozialen Arbeitstages vor neun Jahren.

„Ich finde diese Idee sehr interessant. Eine nette Abwechslung zum Schulalltag”, sagt Dominik Gerwing. Eine Meinung, die auch seine Mitschüler vertreten. Alle sind sich schnell einig. Ein Schnuppertag bei der NW ist spannender, als mathematische Formeln oder Interpretationen von Literaturklassikern.

Die Hälfte des vierstündigen Arbeitstages ist schon geschafft. „Das ging ja richtig schnell”, sagt Luzie Landwehr, die einen Tag lang in der Personalabteilung mitarbeitet. Nun ist zunächst einmal Mittagspause angesagt und nach einer kurzen Abstimmung untereinander spricht einiges dafür, dass der nächstgelegene Pizzabäcker am stärksten von der Pause der Gymnasiasten profitieren wird.

Unter den Firmen, die beim Social Day mitmachen, ist auch das Bauunternehmen Goldheck im Ortsteil Ummeln. Lena Kristin Scheer von der Realschule Senne verbringt den Vormittag in der Marketingabteilung des Unternehmens. „Ich habe eben einige Werbemittel verpackt, die übrigen 38 Niederlassungen in Europa verschickt werden”, sagt die Zwölfjährige. Die Arbeit in der Werbebranche liegt ihr, da sie künstlerisch interessiert ist. „Ich möchte demnächst Kunst als mein viertes Hauptfach auswählen.” Bei der Jobsuche hat der Schülerin ihr Vater geholfen, der als IT-Techniker bei Goldbeck arbeitet.

Am Nachmittag geht es in die Personalentwicklung. Dort steht die Auswertung einiger Seminarunterlagen an. Aus ihrer Klasse haben sich fast alle für den Social Day gemeldet. „Bis auf zwei, die nicht wollten und zwei, die vergessen haben, sich rechtzeitig anzumelden”, sagt die Zwölfjährige.

Aus der 6a des Friedrich-von-Bodelschwingh-Gymnasiums sind aufgrund eines demokratischen Mehrheitsentscheids alle Schüler mit dabei. „Wir haben abgestimmt und die meisten waren dafür”, sagt Miriam Hanel. Die Zwölfjährige hilft heute in der Poststelle. Ihre Kollegin für einen Tag, Regina Zech, zeigt ihr den Postein- und ausgang. Am Nachmittag ist sie bei der Botentour dabei und düst quer durch die Stadt. Sie hat auch schon Firmengründer Ortwin Goldbeck getroffen, der ihr einen schönen Arbeitstag gewünscht hat.

Der Social Day läuft noch bis Freitag, 22. Juli, dem letzten Schultag vor den Sommerferien. Im vergangenen Jahr konnten die Schüler durch ihre Arbeit in Firmen oder bei Privatpersonen die Rekordsumme von 32.000 Euro einnehmen. Insgesamt sind seit dem Start im Jahr 2002 schon 190.000 Euro zusammengekommen.

 


Die NW veröffentlichte am 15.6.07 diesen Artikel:

Arbeiten für Spenden: Marlene Gebauer, Henrike Krämer, Andrea Schneider und Marie Specht (v.l.) mit dem Prospekt des "Social Day" im Garten des Hoberger Kindergartens.

Foto und Text: Marius Giessmann

Für einen Tag Erzieherin

Mehr als 2000 Schüler nehmen am fünften Bielefelder „Social Day“ teil

Hoberge-Uerentrup. „Eigentlich hätten wir jetzt Erdkundeunterricht”, sagt Henrike Krämer. Sie ist eine von vier Schülerinnen des Friedrich-v.Bodelschwingh-Gymnasiums, die am Bielefelder „Social Day” (Sozialtag) teilnehmen und für einen Tag im Kindergarten Hoberge arbeiten.

Statt in die Schule zu gehen, spielen Henrike (13), Marie (11), Marlene (14) und Andrea (11) am Donnerstagvormittag mit den Kindern im Garten packen oder lesen ihnen Geschichten vor. „Mir macht es einfach riesig Spaß, mit Kindern zu arbeiten”, sagt Marlene. Die Schülerin nimmt schon zum dritten Mal an dem Sozialtag teil, der vom Bielefelder Jugendring und den Falken organisiert wird.

Die verschiedenen Bereiche eines Zeitungsverlags haben sich ihre Mitschüler aus der sechsten Klasse angeschaut: Malte Steffen, Felix Klein (beide 12) und Maik Schäfer (11) engagierten sich beider Neuen Westfälischen für den guten Zweck. Vom 11. bis 20. Juni arbeiten mehr als 2.000 Bielefelder Schülerinnen und Schüler von 14 Schulen einen Tag ehrenamtlich bei Einrichtungen, Firmen oder Privatpersonen. Dafür erhalten sie einen Stundenlohn, der als Spende jeweils zur Hälfte ihrer Schule und dem Projekt „Sonne macht Schule” zu Gute kommt.

Das Projekt betreut Umweltwissenschaftler Björn Klaus, der sich mit erneuerbaren Energien beschäftigt und dazu Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche konzipiert. In den beteiligten Schulen wird Björn Klaus nach Ende des Sozialtags praktische Seminare zu dem Thema geben. „Die Kinder können dann exemplarisch solarbetriebene Autos und kleine Windräder bauen”, erzählt Susan Bodenburg-Gebauer von den Falken.

Besonders freut sich Bodenburg-Gebauer über den starken Anstieg der Teilnehmerzahlen. „Wir haben dieses Jahr wieder zwei Schulen mehr, die sich an dem Projekt beteiligen”, sagt sie. „Außerdem findet die Idee jetzt auch Nachahmer in den umliegenden Städten.” In Gütersloh und in Herford wird es in den nächsten Monaten erstmals ähnliche Aktionen geben.


Am 27. Juni erschien dieser Artikel, ebenfalls in der NW:

Ein Herd von anno dazumal

Küche wie 1920 für Altenheim-Bewohner aufgebaut

Dornberg.   Ein alter Holz- und Kohleherd wurde mit Unterstützung von Schülerinnen und Schülern der Friedrich von Bodelschwingh-Schulen im Betheler Pflegezentrum am Lohmannshof im Erdgeschoss aufgestellt. Nach anstrengender Putz- und Polierarbeit erstrahlt die kleine Küche nun wieder im alten Glanz wie vor fast 100 Jahren. Die Schülerinnen und Schüler hatten am „Social Day“ dafür gearbeitet.
Katharina Rothenpieler, Sophia Krah, Max Gude und Fabian Engelke haben sich nicht nur handwerklich betätigt, sondern auch eine kleine Dokumentation zusammengestellt. Während des Social Day Bielefeld wurden sie von dem Hausmeisterteam des Lohmannshofs liebevoll unterstützt und begleitet.
Einige Bewohnerinnen des Hauses stellten sich einem Interview und erzählten davon, wie das Arbeiten mit einem Herd vor sich ging. Die Dokumentation sowie der Herd wecken jetzt bei den Bewohnerinnen und Bewohnern des Pflegezentrums am Lohmannshof Erinnerungen an die „gute alte Zeit”, als noch an solchen Küchenherden gekocht wurde.

Mit Hammer und Schürze: Die Schüler Fabian Engelke, Katharina Rothenpieler und Max Gude (v. l.) arbeiteten fleißig mit, damit die neue alte Küche im Pflegezentrum am Lohmannshof eingeweiht werden konnte.  
Neuer alter Herd: Bewohnerin Hanna Schering begutachtet das gute Stück. Hausmeister Moritz Sundermann half den Schülerinnen Sophia Krah und Katharina Rothenpieler (r.).


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