FvB-Schülerinnen beim Girl's Day

32 Schülerinnen der achten Jahrgangsstufe der FvB-Schulen nahmen in diesem Jahr am Girl's Day teil. 
Die NW veröffentlichte am 27.4.2007 folgenden Artikel dazu:

Keine Berührungsängste: Mitarbeiter Jochen Jander zeigt Nadja Huber, Katharina Groenhagen und Marie Neuhäuser (v.l.) das Punktschweißgerät, mit dem er die Einzelteile der Feuerschutztüren fixiert.

 

Männerberufe zum Anfassen

Bielefelder Schülerinnen entdecken beim Mädchentag Männerdomänen

VON MARIUS GIESSMANN (NW 27.4.07)

  Bielefeld.   Nur ein „Klack" ist zu hören, als der Schlagstock Mark Branahls Rücken trifft. Obwohl die 14-jährige Irina Lauterbach mit voller Kraft zuschlägt, lächelt der Polizeiobermeister. „Dank der Schutzausrüstung, die wir bei Einsätzen mit Fußballfans tragen, merkt man davon überhaupt nichts", erklärt er. 17 Mädchen im Alter zwischen elf und 15 Jahren besuchen die Bundespolizeiinspektion Bielefeld am Hauptbahnhof, um sich am bundesweiten Mädchentag über den typischen Männerberuf des Polizisten zu informieren.
Bevor die Schülerinnen in der Dienststelle funken, Schutzwesten anprobieren und Fingerabdrücke nehmen, besuchen sie eine Vorführung des Diensthundeführers Dieter Tinnemeier in Löhne. Der Polizeikommissar lässt seinen Hund Valentin einen flüchtendem Täter fassen. „Das war spannend", berichtet Franziska aus Oerlinghausen. „Ich würde so etwas auch gerne machen", sagt ihre Schulkameradin Irina, die einen Schäferhund hat.
Polizeihauptmeister Uwe Düsterhoft verdeutlicht den Mädchen die Arbeit des Erkennungsdienstes. Nachdem eines der Mädchen die klassische Alkoholprobe absolviert hat, nimmt der Beamte Fingerabdrücke und stellt die Mädchen vor eine Wand mit einer Größenmarkierung, um Fahndungsfotos zu schießen.
Seit drei Jahren beteiligt sich die Bundespolizeiinspektion Bielefeld an dem Aktionstag, nachdem Düsterhoft auf Anregung seiner Tochter in der Verwaltung gefragt hatte. In diesem Jahr wurden aufgrund der hohen Nachfrage 17 statt zehn Plätze angeboten.

Auch in der Ravensberger Spinnerei ist der Andrang groß. Knapp 400 Schülerinnen testen auf einem Berufsparcours verschiedene Handwerks- und Industrie-Berufe vom Landschaftsgärtner bis zum Industriemechaniker. „Wir haben an 20 Stationen kleine Übungen vorbereitet", sagt Ilse Buddemeier; Leiterin der Gleichstellungsstelle. Am Stand des Umweltbetriebs der Stadt stehen Sandkästen, in denen Mädchen unter Anleitung versuchen, Pflastersteine zu verlegen. Nach ein paar Schlägen mit dem Gummihammer ist die 14-jährige Ann-Christin begeistert. „Um zu gucken, ob einem so was gefällt, ist das eine gute Sache." Wenige Meter entfernt erklärt Björn Reese, Auszubildender der Firma Boge, den Schülerinnen Sandy Biston und Claire Baillie von der Hauptschule Oldentrup ein elektrisch gesteuertes Magnetventil für Kompressoren. „ 90 Prozent der Jugendlichen haben keine Ahnung, was für Berufe es überhaupt gibt", sagt Karin Ressel, die nach eigenen Angaben den Berufsparcours erfunden hat. „Außerdem versuchen wir, hier etwas zum Anfassen zu bieten." Bisher führte die Unternehmerin, die aus Hille bei Minden stammt, die Großveranstaltung, knapp 120 Mal durch. „Der Berufsparcours ist eigentlich eine unabhängige Sache, aber wir wollten ihn hier in der Ravensberger Spinnerei passend zum Mädchentag anbieten", erklärt Ressel.

Familiärer ist die Betreuung bei den Deutschen Metalltüren-Werken (DMW) Schwarze an der Carl-Severing-Straße in Quelle, die zur Horstmann-Group gehören. Stilecht mit gesponserten „Blaumännern" ausgestattet begeben sich die sieben Teilnehmerinnen nach der Begrüßung durch Geschäftsführer Peter Koch in die Fabrikhalle, um zu lernen, wie eine Feuerschutztür gebaut wird. „Mein Opa hat hier damals seine Ausbildung gemacht", sagt Marlene Gebauer stolz. Deshalb entschied sich die 14-Jährige, den Aktionstag bei DMW Schwarze zu machen. Die Schülerinnen des Gymnasiums Bethel verfolgten jeden Arbeitsschritt bei der Produktion einer Feuerschutztür.

Im siebten Jahr hat die Beteiligung am bundesweit stattfindenden „Girls' Day" (Mädchentag) ein Rekordhoch erreicht. An mehr als 8.000 Veranstaltungen nahmen in diesem Jahr knapp 140.000 Mädchen teil, um Einblick in typische Männerberufe zu erhalten.



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