FvB-Handball: Anekdötchen" Opa, schau mal was ich habe!"
" Oh, eine Medaille. Wo hast du die denn gewonnen? "
" Ich bin Stadtmeister geworden! "
" Das ist ja toll!
Ich war früher mal Westfalenmeister mit unserer
Schulmannschaft.
Im Feldhandball."
" Und wo ist deine Medaille? "
" Eine Medaille gab es
nicht. Vielleicht haben wir eine Urkunde
bekommen. Ich weiß es nicht mehr. Aber einen
großen Kuchen
haben wir bekommen, das weiß ich noch ganz
genau!"
" Wirklich? Na ja!?! "
So (oder so ähnlich) geschehen in der Familie Pohlmann, im
Jahr 2002.
Klarer Fall von Beweisnot. Was tut man in einem solchen Fall?
- Man wendet sich an die alte "Penne". Vielleicht wissen die Rat.
Also setzt sich "Opa" Pohlmann hin, und schreibt einen Brief an die
Friedrich von Bodelschwingh-Schulen in Bethel. Dort ist man zunächst
überrascht. Da sucht doch ein "Ehemaliger" nach einer Urkunde von
der Feldhandball-Westfalenmeisterschaft. Feldhandball? - Was war das noch
gleich?
Die älteren Sportlehrer erinnern sich schwach an die Zeit, als Handball noch
nicht in der Halle, sondern auf dem großen Sportplatz gespielt wurde. 11 gegen
11, auf Fußballtore, im WM-System.
Dann auch noch das: Die Meisterschaft wurde 1949 errungen.
Was tun? Haben wir ein Archiv? Wer weiß das?
Wenn es einer weiß, dann Herr Saß, unser Hausmeister. Der interessiert sich
für die Geschichte der Schule und hat einen Überblick über das Archiv.
Man muss ihn nicht lange bitten. "Die alten Geschichten" sind sein
Steckenpferd. Da wühlt er tagelang um etwas zu finden, wenn es sein muss.
Tatsächlich! Was niemand für möglich gehalten hätte tritt ein. Der
"Archivwurm" gräbt die gesuchte Urkunde aus. Mit Rahmen! So wie sie
damals irgendwo im Schulgebäude gehangen haben muss.
Unglaublich, aber wahr!
| Umgehend erhält Herr
Pohlmann die gute Nachricht. Jetzt kann er den Beweis liefern, seinen
Enkeln die Urkunde vorlegen, die er und seine Mannschaftskameraden
errungen hatten. Im Rahmen der Bannerwettkämpfe mussten zunächst sie die städtische
Handballkonkurrenz
ausschalten, dann die Mindener, bis sie schließlich die Endrunde in
Dortmund erreichten. Gegen 3 Mannschaften setzte sich das Team durch und
wurde Westfalenmeister der höheren Schulen.
In angemessenem Rahmen, im Restaurant Lindenhof, nahe der alten Wirkungsstätte, konnten vier der damaligen Spieler und ihr Trainer die Ehrenurkunde nun in Augenschein nehmen. Als Beweis für die Enkel zu Hause gab es für jeden eine Farbkopie des Originals.
Links die Mannschaft von 1949 in WM-Aufstellung. Darunter angegeben die
Klasse und der Stammverein. |
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Spiel- wie
Bildaufstellung:
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Zur Geschichte des Handballsports:
Handball entstand in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts, als der deutsche Turnlehrer Konrad Koch den Aufbau und die Regeln des Spieles entwarf. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es durch zwei andere Deutsche (Hirschmann und Schelenz) populär. Handball fand in vielen akademischen Bildungsstätten Westeuropas Anklang. Die erste internationale Begegnung fand 1925 in Halle/Saale zwischen Österreich und Deutschland statt. Bei den Olympischen Spielen wurde Handball zum ersten Mal 1936 in Berlin gespielt, damals als Feldhandball mit elf Spielern pro Mannschaft. Als Hallenhandball mit sieben Spielern pro Mannschaft wurde die Sportart bei den Männern 1972 in München erneut olympisch (bei den Frauen erstmals 1976). Seit 1952 hat sich Hallenhandball gegenüber dem Feldhandball durchgesetzt.
Übrigens: 1949 fand die erste Feldhandball-WM der Frauen statt.
Vom 25. bis 28. September 1949 spielten vier Mannschaften in Ungarn um den Titel. Dabei wurde jeder gegen jeden in einer einfachen Runde gespielt: