Haarlem 2010-Europe´s got talent
Nach diesem Motto trafen wir (achtzehn 11. bzw. 12.-Klässler) uns Mitte Mai 2010 mit rund 120 Jugendlichen aus Russland, Polen, Italien, Spanien, Estland und den Niederlanden, um eine Woche voll Spaß, schönen Erfahrungen und intensiven Austauschs zu genießen. Die wunderbare Stadt Haarlem war das Ziel unserer ca. 5-stündigen Zugreise, an deren Bahnhof wir bereits herzlich von unseren Gastfamilien empfangen wurden. Wer noch nie in Holland gewesen ist, wurde schon am ersten Abend in den Familien von der Fahrradkultur, den schönen Kanälen (Grachten) oder einem Ausflug ans Meer überrascht. Am nächsten Morgen wurden wir im Schulgebäude, wo auch das sonstige Programm größtenteils stattfand, von einer Welcome-Show aufgeweckt (die Organisatoren konnten netterweise alles in eine Show verwandeln), trafen die anderen Schüler und fanden uns in unseren vorher gewählten Workshops zusammen, zu denen Themenbereiche wie Kochen, Design, Musik oder Theater gehörten. Die Woche über wurde täglich für einige Stunden in den Workshops gearbeitet, die hauptsächlich von den dortigen Lehrern geleitet wurden. Ziel der Workshops war ein Beitrag zur Programmgestaltung der „Big Final Show“ zu erarbeiten, den man sich als selbstgeschriebenes Musikstück, einen ausgedachten Sketch oder von den Design-„Workshoplern“ entworfene und geschneiderte Kleidungsstücke vorstellen kann. Da die Gruppen international eingeteilt wurden, kam man so natürlich leicht in Kontakt und die überaus sozialen Gastgeber gaben auch ihr Bestes, um zur Völkerverständigung beizutragen und den Gästen eine schöne Zeit zu bereiten.
Die holländischen Organisatoren hatten Unglaubliches geleistet, sodass ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Programm auf uns wartete. Ein schöner Amsterdam-Trip mit Besuch im Van-Gogh-Museum, ein gemeinsames Sportturnier, Grillen, das obligatorische Bowlen, eine Abschiedsfeier... Trotzdem blieb noch genug Zeit sich in Haarlems historischer Innenstadt mit netten Leuten auf Englisch-Kauderwelsch (man verzeihe es den Italienern) über Gott und die Welt zu unterhalten und zu sehen, was die Schüler der verschiedenen Länder für Charakter- oder Verhaltensbesonderheiten aufwiesen. Die Idee vom Festival, auf solche Art und Weise eine europäische Einigkeit zu schaffen, hat sich als absolut sinnvoll erwiesen. Jeder hat sicherlich etwas mitgenommen: einen neuen Eindruck von den Niederlanden, einen lehrreichen Workshop, neue Kontakte in andere Länder, intensive Gespräche mit den vielen Schülern, oder einfach nur die Erkenntnis, dass Holländisch ja gar nicht so schlimm ist, eigentlich wie Schweizerdeutsch plus Englisch. So kam es, dass bei unseren temperamentvollen Bündnispartnern aus dem Süden viele Tränen flossen, und auch wir bei unserer Rückfahrt am Samstag mit langen Gesichtern die Stadt verließen. Viele von uns haben sich wahrscheinlich gewünscht, dass Deutschland doch weiter weg läge und wir, auf ein Flugzeug angewiesen, von der schicksalhaften Aschewolke festgehalten, noch einige Tage in Holland hätten verbringen dürfen. Gegen die Trauer hilft nur die Traditionsweisheit: „in der Kürze liegt die Würze“, denn wie könnte man 6 Tage besser nutzen?! Lennart Schürmann
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