Anstrengung, die sich lohnt: 

Der Auftakt zur 3. Bielefelder Klimawoche mit Franz Alt

Unter dem Titel „Crescendo for KYOTO“ fand im historischen Saal der Ravensberger Spinnerei am Freitag, dem 7. Oktober, die Auftaktveranstaltung zur 3. Bielefelder Klimawoche statt. Nach einem beeindruckenden Klaviervortrag des Jugend-musiziert-Preisträgers Nicolo Foron wurden die Gäste von Schulleiter Hans Wilhelm Lümkemann und Frau Rademacher von experiMINT begrüßt.

Im Publikum saßen Menschen unterschiedlicher Generationen mit variierenden Kenntnissen zum Thema und verschiedenen Anliegen. Spätestens nach dem fesselnden Vortrag von Solarpionier und Journalist Dr. Franz Alt war aber ganz deutlich, was sie hier alle zusammengebracht hatte: die Sorge um die Zukunft der Menschheit auf unserem Planeten und die Motivation, Zeichen zu setzen und für den Klimaschutz aktiv zu werden.

Denn die Worte des Redners, vorgetragen mit Witz, Charme und der nötigen Ernsthaftigkeit, hatten sie in den Bann gezogen. „Dem Klima geht es immer schlechter – wenn wir selber nichts tun, passiert gar nichts.“ Und: „Das werden uns unsere Kinder nie verzeihen können!“ Das waren Aufmerksamkeit erzeugende Sätze. Denn: „Wenn wir einen Wohlstand wollen, müssen wir einen 100%igen Umstieg auf erneuerbare Energien organisieren.“ Momentan lebe eher der „Homo Dummkopf“ als der „Homo Sapiens“ auf unserem Planeten, so Franz Alt.

Er berichtete von seinen eigenen Erfahrungen und Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten (wie z. B. mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Dalai Lama) und sprach über die Chancen, die wir Menschen noch haben: „Es bedarf einer Revolution von unten, denn Regierungen versagen komplett beim Klimaschutz.“ Von Natur aus gebe es kein Energieproblem, so Franz Alt. Das Problem erzeugten die Menschen, weil sie nicht wüssten, wie sie sich richtig zu verhalten haben. Es sei sehr traurig, dass immer erst Krisen wie Fukushima geschehen müssten, damit Menschen zum Nachdenken angeregt werden.

Unser Bestreben sollte es sein, intelligenter und effizienter mit Energie umzugehen. Die Energie müsse erneuerbar werden. „Die Sonne schickt keine Rechnungen“, sagte Franz Alt, und es gebe 15000mal mehr Energie durch Sonne auf unserem Planeten, als wir Menschen verbrauchen. Wind sei die am schnellsten wachsende Energiequelle und der Mix der verschiedenen erneuerbaren Energien bilde die Lösung des Speicherproblems. „An einem Tag verbrennen wir so viel Öl, Kohle und Gas, wie sich in der Natur in einer Million Jahren angesammelt hat.“ Es bedürfe deshalb schnellstmöglich Änderungen.

Auch wenn laut Franz Alt 80% der Bürger für erneuerbare Energien sind, beziehen immer noch 95% Atomstrom. „Atomares Restrisiko ist das Risiko, dass uns jeden Tag den Rest geben kann!“ Es sei schleunigst an der Zeit, Bewegung ins Spiel zu bringen, Mobilisierung zu aktivieren. Man dürfe sich nicht mehr zurücklehnen und solle der „Propaganda der Alten“ kein Gehör mehr schenken. Denn die notwendigen Bedingungen bildeten bei vielen Menschen ein mentales Problem. Wir müssten bereit dazu sein, uns für Neues zu öffnen.

Wie Schulleiter Lümkemann zu Beginn der Veranstaltung bezüglich der Klima- und Umwelt-AG unserer Schule sagte: „Es ist anstrengend, es ist eine Herausforderung, es ist Bewegung und es ist Veränderung, man wird zum Nachdenken angeregt.“ Doch wie man anhand des bereits Erreichten und des noch Geplanten sehen kann, lohnt es sich.

Die Auftaktveranstaltung der 3. Bielefelder Klimawoche 2011 war auf jeden Fall ein voller Erfolg, was nicht zuletzt auch mit dem Organisationstalent der Veranstalter und der Ausdauer und Willenskraft der engagierten Helfer zu tun hatte. Ein weiterer Klaviervortrag, eine offene Fragerunde und Gespräche bei Essen und Trinken bildeten den perfekten Abschluss dieses gelungenen Abends.

 

Julia Janßen, Klima-AG Fr.-v. Bodelschwingh Schulen

 

 

 

 

 

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