Schuldenkrise für Schüler

Europa-Parlamentarier Elmar Brok besucht Friedrich-von-Bodelschwingh- Gymnasium

NW-Bericht vom 21. Januar 2012

VON CAROLIN CEGELSKI

Gadderbaum. »Ein neuer Entwurf des Fiskalpaktes wird am Montag mit den Finanzministern der Euroländer diskutiert“, sagt Europa-Parlamentarier Elmar Brok (CDU) den Schülern der Jahrgangsstufe 13 des Friedrich-von-Bodelschwingh-Gymnasiums. „Wir stehen Immer noch In den Verhandlungen. Alle Rechte des Europaparlaments müssen gew ährleistet sein.“

Statt Mathe, Englisch und Physik stand für die Schüler der Sozialwissenschaftskurse am Freitag Europapolitik auf dem Stundenplan.
Brok (65) kam zur jährlich stattfindenden Podiumsdiskussion in die Aula der Schule. Zwei Stunden lang hatten die Schüler die Gelegenheit, Fragen zur Außenpolitik und Wirtschaft in der Europäischen Union zu stellen.
Lissabon-Vertrag, Finanzkrise und das Flüchtlingsdrama im Mittelmeerraum: Die Moderatoren Lennart Schürmann, Jonathan Knappe, Katharina Groenhagen und Hans-Christian Enders waren gut vorbereitet. Sie fragten nach Viktor Orbans umstrittenem Mediengesetz und nach Broks Arbeit im Deutsch-Ungarischen-Forum.
Besonders interessierten sich die Schüler auch für die Veränderungen, die durch den Lissabon- Vertrag für die Europapolitik entstanden sind. „Dem Europaparlament wurden mehr Rechte eingeräumt“, antwortete Brok.

„Wir können in die Gesetzespläne der EU-Kommission eingreifen. Das macht es härter, aber auch verantwortungsbewusster als vor zwanzig Jahren.“ Die Moderatoren stellten aktuelle Fragen zur Schuldenkrise der Euroländer. „Durch die Bankenkrise ist die deutsche Verschuldung von 60 auf 80 Prozent gestiegen“, sagt Elmar Brok. „Wir müssen die Neuverschuldung stoppen und die Europäische Union absichern.“ Einschätzungen durch Rating-Agenturen lehnte Brok ab. „Es darf nicht sein, dass Rating-Agenturen in London und New York darüber entscheiden, wer welche Fähigkeiten hat.“
Zum Schluss der Diskussion baten die Schüler den CDU- Parlamentarier um eine Einschätzung der europäischen Zukunft. Elmar Brok betonte, dass Deutschland nichts allein entscheiden könne. „Europa hat nur dann eine Chance, wenn wir eine gemeinsame Position finden und uns den Herausforderungen der Globalisierung stellen“, sagt er. „Unterschiedliche Interessenslagen zwischen den Ländern wird es aber immer geben.“

 

 

 

 

 

 

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